Erstmaliger Nachweis von West-Nil-Virus (WNV) bei einem Pferd in der Schweiz (Quelle: pixabay)
Am 26. August 2026 hat das Institut für Virologie und Immunologie (IVI) erstmals eine Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) gemeldet, die von einem Pferd in der Schweiz erworben wurde.
Das betroffene Pferd stammt aus dem Kanton Aargau und wurde Ende Juli 2026 aufgrund zentralnervöser Störungen behandelt. Das Pferd war nicht gegen West-Nil-Fieber geimpft und hatte in den letzten Jahren keinen Auslandaufenthalt.
Es handelt sich somit um den ersten Nachweis einer WNV-Infektion bei einem Pferd in der Schweiz, der nicht auf einen Kontakt im Ausland zurückzuführen ist. Das Tier hat sich inzwischen klinisch vollständig erholt und befindet sich wieder im Herkunftsbetrieb.
Am IVI konnte nachgewiesen werden, dass es sich um eine kürzlich erfolgte Infektion handelt. Weitere Abklärungen zum Fall erfolgen.
Bestandestierärzte sind aufgerufen bei Pferden mit neurologischen Symptomen WNV als mögliche Differentialdiagnose zu berücksichtigen.
Für Pferde steht in der Schweiz ein zugelassener Impfstoff gegen WNV zur Verfügung. Die Impfung kann Pferde insbesondere vor schweren Krankheitsverläufen schützen.
Die Bestätigung eines Falls bei einem Pferd im Kanton Aargau kommt grundsätzlich nicht überraschend. In der Schweiz wurde das Virus im Sommer 2022 erstmals in einer Stechmücke im Tessin nachgewiesen.
2025 wurde ebenfalls im Tessin der erste lokal erworbene Fall beim Menschen bestätigt. Der erste autochthone WNF-Fall bei einem Pferd im Kanton Aargau bestätigt jedoch, dass WNV auch ausserhalb des Tessins lokal zirkuliert,
und wird bei der regionalen Risikoeinstufung entsprechend berücksichtigt.
WNV beim Menschen:
Rund 80 Prozent der mit dem West-Nil-Virus infizierten Personen haben keine Symptome. 20 Prozent der infizierten Personen entwickeln nach einer Inkubationszeit von 2 bis 14 Tagen grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, manchmal mit Rötungen am Rumpf.
Nach wenigen Tagen bis Wochen heilt die Krankheit in der Regel ohne Therapie ab. Komplikationen wie Hirn- und Hirnhautentzündungen treten selten auf, bei weniger als 1 Prozent der Infizierten, vor allem bei älteren Menschen.
In sehr seltenen Fällen können diese Komplikationen zum Tod führen (0,1 Prozent der Infizierten). Es gibt keine spezifische Therapie gegen das West-Nil-Fieber. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.